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  • Dr. René Lüchinger

Das Männliche an der Frau!

In der Bibel entsteht die Frau aus der Rippe eines Mannes. Nach dem Gott Adam einschlafen liess, entnahm er ihm diese und schuf die Frau. Gott wusste natürlich, dass seine Schöpfung ohne die Frau nicht komplett war. Das wäre eine fürchterlich langweilige Welt geworden. Wortwörtlich aber war es die "Seite" von Adam, die die Frau schuf. Also sind wir Teile voneinander. Ich finde das eine sehr schöne Vorstellung. Das zeigt doch die wundervolle Dualität in der Welt der Schöpfung.


Schöpfung heisst für mich auch Biochemie und hier Hormone. Denn bei den Sexualhormonen entsteht die Frau aus dem Mann sprich die Östrogene (Estrone, Estradiol und Estratriol) werden aus dem Testosteron gebildet. Dazu braucht es das Enzym Aromatase, das diesen Schritt beschleunigt und das Testosteron aromatisiert. Scherzhaft könnte man nun sagen, die Frau ist ein Mann mit Aroma (oder Aromat?). Doch ich begebe mich gerade auf sehr dünnes Eis und komme deshalb zurück zu den Fakten.


Testosteron ist ein Sexualhormon, das bei Männern in höheren Mengen vorkommt, aber auch Frauen produzieren Testosteron in ihren Eierstöcken und Nebennieren. Testosteron spielt eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der sexuellen Gesundheit und des allgemeinen Wohlbefindens bei Frauen.

Ein Testosteronmangel bei Frauen kann verschiedene Auswirkungen haben. Hier sind einige Anzeichen und Symptome, die auf diesen Mangel bei Frauen hindeuten können:

  • Vermindertes sexuelles Verlangen und/oder Interesse

  • Verringerte Energie und erhöhte Müdigkeit

  • Muskel- und Knochenverlust: Testosteron spielt auch eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Muskel- und Knochengesundheit bei Frauen. Ein Mangel an Testosteron kann zu einem Verlust von Muskelmasse und Knochendichte führen, was das Risiko von Osteoporose erhöhen kann.

  • Stimmungsschwankungen und/oder Depressionen sowie Reizbarkeit

Bei den Männern kennen wir das in der Andropause, der männlichen Menopause (und wieder als kleines Scherzchen auch "Mänopause" genannt). Diese Männer werden grummlige, frustrierte und reizbare Burschen, sogenannte "grumpy old men". Tja, die "grumpy old women" gibt es eben auch. Und leider bei gewissen Frauen (und heute auch oft Männer) schon in den späten Dreissigern. Ich sehe es immer wieder: die Untergrenze von Testosteron bei der Frau liegt bei 0.3 nmol/l. Ich sehe Werte, die dort unten rumlauern bei ca. jeder dritten Frau in der Praxis. Die letzten drei Blutentnahmen von Patientinnen der letzten zwei Wochen waren alle dort. Alle. Mir scheint, als ob das zunimmt. Leider per Studien bei den Männern seit den 80er Jahren nachgewiesen rückt nun die Frau nach. Doch bei den Frauen gibt es auch das Gegenteil: das PCOS (polycystisches Ovarien Syndrom). Hier ist das Testosteron zu hoch. Dazu kommt aber einmal ein anderer Beitrag.


Blutwerte dürfen aber immer nur im Kontext der Symptome betrachtet werden - zumindest hormonell gesehen. Wenn dann also die obigen Symptome so gut zum Blutwert (oder auch Speichelwert) passen, dann ist immer nach Rücksprache mit der Frau - zum Beispiel - eine Hormonersatztherapie per Creme angesagt. Testosteron kann man nicht oral einnehmen. Das würde die Leber über Zeit zerstören, da dort das Testosteron umgewandelt würde und diese Umwandlung für die Leber giftig ist.


Alternativ kann man zuerst natürlich andere Ansätze versuchen, wie z.B. eine Entgiftung der Leber und des ganzen Körpers, eine Hemmung der Aromatase mittels Zink oder Chrysin, um den Abfluss des Testosterons zum Östrogen zu hemmen oder das Cortisol und Schilddrüse optimieren. Das entscheidet sich immer individuell. Wenn ich vom Alter her denke, dass die Hormondrüsen einfach auch nicht mehr die Kraft haben, Testosteron gut herzustellen, dann ist die Ersatztherapie die beste und einfachste Wahl. Die Lebensqualität wird dadurch massiv gesteigert, ganz zu schweigen vom Effekt auf die Knochendichte.


Insgesamt ist ein Testosteronmangel bei Frauen ein ernstes Gesundheitsproblem, das jedoch behandelt werden kann. Durch eine rechtzeitige Diagnose und eine angemessene Behandlung können Frauen ihr Wohlbefinden verbessern und ihre Lebensqualität steigern.


Nun wünsche ich Ihnen frohe Ostern 2023!


Herzlich, Ihr



René Lüchinger

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