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  • Dr. René Lüchinger

Darm und Depression - Partners in Crime!

Das Darmmikrobiom ist eine komplexe Gemeinschaft von Bakterien, Viren und Pilzen, die im menschlichen Darm leben und eine wichtige Rolle bei der Verdauung und Aufnahme von Nährstoffen spielen. Es gibt immer mehr Beweise dafür, dass das Darmmikrobiom auch einen Einfluss auf unsere geistige Gesundheit hat, insbesondere auf die Entstehung von Depressionen. Einmal mehr bestätigt die Wissenschaft, das, was der Volksmund schon seit langem sagt: "Du bist, was Du isst". Denn unsere Ernährung und natürlich der allgegenwärtige Stress sind Hauptfaktoren in der Zusammensetzung unseres Mikrobioms!


Es wurde festgestellt, dass das Darmmikrobiom eine direkte Kommunikation mit dem Gehirn hat, die als Darm-Hirn-Achse bezeichnet wird. Die Darm-Hirn-Achse ermöglicht es, dass Signale und Moleküle aus dem Darm in das Gehirn gelangen und umgekehrt. Es wird vermutet, dass das Darmmikrobiom durch die Freisetzung von Neurotransmittern wie Serotonin und Dopamin die Stimmung und das Verhalten beeinflussen kann. Dazu kommt, dass das Darmnervensystem riesig ist: zwischen 200 und 600 Millionen Nervenzellen machen das sogenannte "enterische" Nervensystem aus. Im Vergleich ist natürlich unser Hirn deutlich grösser, mit irgendwo um 86 Milliarden Nervenzellen. Umso spannender, dass diese rund halbe Milliarde uns so beeinflussen kann. Oder noch viel beeindruckender: dass ein Haufen Einzeller, sprich Bakterien und noch viel kleinere Dinge uns aus dem Gleichgewicht bringen können.


Studien haben gezeigt, dass Menschen mit Depressionen oft eine gestörte Darmflora haben, die durch eine erhöhte Anzahl von schädlichen Bakterien und eine Verringerung der Anzahl von nützlichen Bakterien gekennzeichnet ist. Eine gestörte Darmflora kann zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmwand führen, was als Leaky-Gut-Syndrom bezeichnet wird. Leaky-Gut-Syndrom ermöglicht es, dass Bakterien und Toxine aus dem Darm in den Blutkreislauf gelangen und Entzündungsreaktionen im Körper auslösen, die zu Depressionen beitragen können.

Eine Studie der McMaster University in Kanada fand heraus, dass Mäuse, die mit Antibiotika behandelt wurden und dadurch eine gestörte Darmflora hatten, ein höheres Risiko für Depressionen hatten als Mäuse mit intakter Darmflora. Eine weitere Studie ergab, dass Menschen mit Reizdarmsyndrom (IBS) ein höheres Risiko für Depressionen und Angststörungen haben als Menschen ohne IBS. Als Randnotiz: Die armen Mäuse! Ich hoffe, dass diese danach ordentlich mit Prä- und Probiotika gefüttert wurden, Sport machen mussten und einen kleinen Mäusepsychotherapeuten bekamen.


Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass die Einnahme von probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln die Stimmung verbessern kann. Probiotika sind nützliche Bakterien, die dazu beitragen können, die Darmflora auszugleichen und die Entzündungsreaktionen im Körper zu reduzieren. Eine Studie ergab, dass die Einnahme von probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln das Risiko von Depressionen bei Menschen mit Reizdarmsyndrom reduzieren konnte.

Ich persönlich finde es je länger je wichtiger, die sogenannten "Prä-Biotika" einzunehmen, also die Vorstufe der Probiotika (im Gegensatz zu den "Anti-Biotika"), also das Futter für die guten Bakterien. Hier möchte ich ein Produkt empfehlen, dass ich wirklich gut finde:

Das Florastabil von Mitocare: https://mitocare.de/products/flora-stabil (Ich habe keine finanzielle oder andersweitige Verbindung zu Mitocare).

Eine tolle Mischung an Pflanzenstoffen, die die guten Bakterien gerne essen und die schädlichen nicht. Diese essen natürlich am liebsten Zucker. Und wieder der Volksmund, diesmal aus dem Ureinwohnerbereich: "Die Geschichte von zwei Wölfen". Auch hier: welchen Wolf fütterst Du?


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Darmmikrobiom eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Depressionen spielen kann. Eine gestörte Darmflora und erhöhte Entzündungsreaktionen im Körper können zu einer erhöhten Anfälligkeit für Depressionen führen. Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Ballaststoffen (Präbiotika) und Probiotika ist, kann dazu beitragen, die Darmflora zu stärken und das Risiko von Depressionen zu verringern.


Und deshalb untersuche ich bei Depressionen das Darmmikrobiom und gewisse Schlüsselwerte des Darmes per Stuhl und teste die Neurotransmitter, also die Botenstoffe und ihre Vorstufen. Dazu dann mehr beim nächsten Eintrag!


Herzlichst, Euer


René Lüchinger

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